Helmut-Stuhlmüller-Turnier 2010
Am vergangenen Wochenende entschlossen sich vier Niederkasseler, ein nettes Wochenende mit Schach, Sonne, leckeren Brötchen und dem einen oder anderem kühlen Kölsch bei der
19. Auflage des Helmut-Stuhlmüller-Turniers in Bergisch Gladbach zu verbringen. Unter 22 Teilnehmern kämpften Alexander Kneutgen, Jochen Rondorf, Johannes Friedrich und Ruth
Zimmermann (die als passives Mitglied von BSF mit Birgit Raupach auch die Bewirtung übernommen hatte und sich daher im Duo Raupach-Zimmermann mit den Runden abwechselte) zwei
Tage lang 9 Runden mit einer Bedenkzeit von je 30 Minuten pro Spieler um die Punkte.
Alex, der frisch gestärkt mit einem kölschen Frühstück (Mettbrötchen und einem kühlen Kölsch) in das Turnier einstieg, hatte am ersten Tag keine Probleme in seinen Partien
und auch Jochen und Johannes ergatterten sich eifrig ihre ersten Punkte. Für eine Überraschung in der ersten Runde sorgte auch Ruth, die gegen den Vorsitzenden der Bergischen
Schachfreunde und guten Schachfreund Oswald Gutt einen unerwarteten Sieg verbuchen konnte. Nach einem Eröffnungsfehler nach 1.e4 e6 2.d3 d5 3.Sd2 dxe4 4.dxe4 Lc5 5.Sgf3
Sf6 6.g3? steht Weiss auf verlorenem Posten und konnte die Partie letztlich nicht mehr halten. 6...Sg4! 7.De2?? Lxf2+! 8.Dxf2 Sxf2 9.Kxf2 … 0:1
Auch am zweiten Tag wurde bei strahlendem Sonnenschein weiter von allen um die Punkte gekämpft. Alex kennt keine Gnade und schlägt in der 7. Runde den König seines Gegners
in einem Endspiel mit Dame gegen Turm, den der Gegner im Schach hatte stehen lassen (das Schlagen des Königs war laut Ausschreibung erlaubt). Alexander Kneutgen gelingt
es, das 19. Helmut-Stuhlmüller-Turnier mit 7,5 Punkten aus 9 Runden vor Harm-Wulf Thelen (BSF) und Willi Schulz (Horrem) mit je 7 Punkten zu gewinnen. Jochen Rondorf belegte
mit 5 Punkten einen wirklich beachtlichen 10. Platz und auch Johannes Friedrich hat eine starke Leistung mit 4,5 Punkten und seinem 13. Platz gezeigt. Die Fotos zeigen Jochen,
Johannes und Alex nach getaner Arbeit und Alex bei der Siegerehrung durch den Vorsitzenden der Bergischen Schachfreunde Oswald Gutt.
Das weibliche Duo Raupach-Zimmermann belegte letztlich mit 2,5 Punkten den 20. Platz, was aber ihre Freude während des gesamten Turniers nicht schmälerte. Das Bild zeigt
die beiden strahlenden Damen nach ihrem Sieg in der ersten Runde gegen den Vorsitzenden des ausrichtenden Vereins Oswald Gutt. Alles in allem hatten wir trotz einer Autopanne
von Ruth - die zum Glück noch den Kuchen nach Bergisch Gladbach retten konnte - ganz viel Spass, ein gelungenes Wochenende … und viele schöne Schachpartien unter netten
Schachfreunden aus der näheren Umgebung.
Zur Winterzeit nach Moskau – Viele fangen an zu zittern bei dieser Vorstellung und denken
eher an eine Strafe, als an einen Schachurlaub. Aber für 10 Tage in eine Weltmetropole für unter 1000 EUR inkl. Flug, Startgeld und Verpflegung ist aber schon eine
Versuchung, die auch Nichtschachspieler anlockt. So haben Meike und Carsten vom 13.-23.01.2008 den 3,5 stündigen Flug gewagt und sind nach einer fast ebensolangen Busfahrt
im Mehrtausend-Betten-Hotelkomplex Ismailovo angekommen. Dieser war ausreichend sauber und alle Wünsche des täglichen Bedarfs könnten sogar erfüllt werden,
ohne in die Kälte raus zu müssen.
Das Foto zeigt den an eins gesetzten Vladimir Akopian der mit dem 26ten Platz auch nicht ganz zufrieden sein konnte.
Die Organisation in Russland ist für Deutsche ein wenig gewöhungsbedürftig: Die Regularien ändern sich dauernd. Die Hinterlegung
der Tickets war Glückssache. Dann wird man aber doch unangekündigt vom Flughafen abgeholt. Die Kommunikation, sowie das Englisch der Einwohner ist sehr schlecht –
selbst die Eröffnugnsreden des Turniers sind nicht vollständig übersetzt worden. Das B-Turnier (ELO 2200-2400) war dann der Kampfplatz, an dem sich Carsten
bewähren mußte. Nach einem Remis in der ersten Runde sind leider nur noch zwei magere Pünktchen herausgesprungen – Beide gegen die seltenen
„Nicht-Russen“. Dennoch ist ein Turnier, was auf eine Range von 200 Elopunkten begrenzt ist generell sehr attraktiv, da man dieses Wechselspiel von sehr starken und
sehr schwachen Gegnern nicht so erlebt, was sonst die großen offenen Turniere im Schweizer System prägt. Die Bedenkzeit von 1:30h + 30sec/Zug und die Vormittagsrunden
des B-Turniers erlaubten ein ausgedehntes Sightseeing durch die sehr gute und spottbillige Metro (60 Cent / Ticket). Nach 10 Tagen konnte man dann schon so viel kyrillisch,
daß man auch die Speisen bekommen hat, die man wollte. Die Temperaturen von -8 bis +2 Grad waren dann auch nicht so schrecklich, wie es hätte sein können.
Insgesamt ist das sehr starke Turnier (die oberste Gruppe beginnt erst ab 2550 ELO) eine Empfehlung und ein Geheimtipp für den nicht ganz so Komfort verwöhnten
weltoffenen Schachspieler. Die Anzahl gerade der deutschen Teilnehmer war sehr übersichtlich. Bestes Ergebnis aus deutscher Sicht hat Falko Bindrich mit 4,5 aus 9 im A1
Turnier geholt.
Czech Open 2007
Über 1000 Teilnehmer treffen sich jährlich in Pardubice, Tschechien, um Ihre Kräfte im Schach und in anderen
Denkspielen zu messen. Austragungsort war diesmal wieder die Trainingshalle eines Eisstadions. Eine sehr eindrucksvolle Kulisse,
die natürlich leider auf Kosten der Turnierruhe geht. Durch das für deutsche Verhältnisse recht günstige Gastgeberland ermöglicht
eine hohe Dichte von Schachspieltern aus dem Ostblock aus der "zweiten Reihe" die nicht zum näheren Favoritenkreis gehören und
eine Menge von jungen Hoffnungsträgern, die sich auf der Jagd nach Elopunkten hier die ersten Sporen verdienen wollen.
In dieses Haifischbecken haben sich diese Jahr wieder 3 Spieler der SG Niederkassel gewagt: Christopher Wilke, Tobias Dierkes und Carsten Stanetzek.
Im D- (Chris) B- (Tobi) und A- (Carsten) Open sind sie sehr eindrucksvoll gestartet und waren schon bald auf Preisgeld bzw auf FM-Titel Kurs.
In der zweiten Turnierhälfte brachen Chris und Carsten leider ein, so daß Tobi als 18ter im B-Open und einer Performance von 2300
sicher die größte individuelle Leistung gebracht hat. Dennoch können sie auch insgesamt mit 150 Punkten ELO Verbesserung, 500 Kronen Preisgeld, 7 Titelträgen als Gegner,
20 geschwommenen Kilometern im nahen Freibad und nicht näher gezählten Pivos (tschechisches Bier) sehr zufrieden sein.
Während in den letzten Jahren mindestens 3 Spieler(innen) aus unserem Verein den Weg nach Oberwart fanden, fuhren dieses Jahr nur Ruth und ich dorthin.
Mit uns aber auch noch ca. 320 Andere. Das Wetter war, im Gegensatz zu den Vorjahren, nicht so heiß. Das Essen wie immer gut. Kommen wir aber nun zum Turnierablauf.
Ich war im A-Turnier an Startplatz 153 von 184 Teilnehmern gesetzt. Ruth war immerhin die Nr. 1 von 140 im B-Turnier!!! Dies war zwar sehr erfreulich für die Ruth, kann aber
auch eine Belastung darstellen. Immerhin hatten ihre Gegner erst einmal Respekt. Mangels Spielpraxis lief das Turnier aber für die Ruth nicht so gut an. Aus den ersten vier
Runden 1 Punkt (Sieg in der 2. Runde). Danach lief es dann aber besser. Keine Niederlage mehr in den Runden 5-9 und am Ende hatte sie 50 % erreicht. Ein ordentliches Ergebnis.
Bei mir begann es mit einem kampflosen Sieg. Mein Gegner ist gar nicht erst zum Turnier angereist. In der 2. Runde bekam ich dann einen IM. Die Partie verlor ich erst nach
hartem und langem Kampf. Dann folgten 2 Remis gegen nominell viel stärkere Gegner und eine weitere Niederlage. Danach noch ein Remis. Mein persönliches Waterloo erlebte
ich dann in der 7. Runde. Noch nicht richtig wach vom Mittagsschlaf, war die Partie schon nach 10 Zügen zu Ende. Ich hatte es bis dahin geschafft 2 Figuren einzustel-len.
Der Grund dafür war auch schnell gefunden: Freitag der 13.! Am Samstag war ich dann zu blöd eine gewonnene Partie zu gewinnen und verliere sie auch noch.
Sonntag dann schnell Remis gemacht und das Turnier mit 2 aus 8 beendet. Es war sicherlich mehr drin. Nächstes Jahr findet die 30. Auflage des Turnieres statt. Dort werde ich
dann wieder angreifen. Es wäre meine 10. Teilnahme. Ich hoffe, es finden wieder mehr Niederkasseler den Weg dorthin.
Mit einem 28. Platz und einem 17. Platz schnitten unsere beiden, Cristina (4,5/8) und Daniel (5/8) im B-Open ab. Cristina konnte damit den Rating-Preis der
Kategorie bis 1800 gewinnen. Herzlichen Glückwunsch! Insgesamt ein sehr schön organisiertes Turnier mit sehr guter Spielatmosphäre, welches leider nicht jedes Jahr
stattfindet. Auch für stärkere Spieler lässt das A-Open keine Wünsche offen.
Ein jedes Jahr stattfindendes Turnier, bei dem der Spaß und die Brötchen im Vordergrund stehen... Die Teilnahme in 4er Teams ist fast Tradition
in der SG Niederkassel e.V. ...