Nachdem wir in den ersten fünf Spielen ungeschlagen waren und gegen die drei Mannschaften an der Tabellenspitze bereits gespielt hatten, fühlten wir uns als leichter Favorit. Auch das Aufstiegsgespenst ging bereits um. Aber Solingen holte uns heute brutal auf den Boden der Tatsachen zurück und verscheuchte das Aufstiegsgespenst.


Eigentlich begann der Mannschaftskampf so wie immer. Martin kam an Brett 8 blendend aus der Eröffnung und drohte, seinen erst 12-jährigen Gegner zu zermalmen. Er konnte mit einem gedeckten Läufer auf f7 einschlagen und den gegnerischen König auf das Feld e7 zwingen. Bauer mehr, Königsstellung zerstört, es sah nach einem weiteren kurzen Prozess aus. Auch ich konnte an Brett 5 von einem Eröffnungsfehler meines Gegners profitieren. Er hatte schlicht die Züge vertauscht oder dachte, es sei egal, ob man erst d4 und dann Sf3 zieht oder umgekehrt. Das war es aber nicht. Nach wenigen Zügen konnte ich seine Bauernstruktur schwächen und in ein klar besseres Endspiel abwickeln.  

Unsere Mannschaftskameraden sahen auch, dass Martin auf Gewinn und ich besser stand, und so trudelten nach und nach an den ersten drei Brettern Remis von Sascha, Christian und Carsten ein. Doch dann verlor Martin offenbar den Faden und büßte Material ein. Er kämpfte noch lange in einem Endspiel mit zwei Türmen und vier Bauern gegen Turm + Läuferpaar und drei Bauern. Aber Martins Gegner hatte die Partie bereits voll im Griff und nutzte seinen Materialvorteil perfekt, um seine Bauern vorwärts zu treiben und gleichzeitig Martins Bauern zu stoppen.

Zwischenzeitlich kam noch mal etwas Hoffnung auf, nachdem Chris einen Bauern gewonnen hatte. Allerdings bekam der Gegner dadurch Initiative in Form eines Turms, der auf die siebte Reihe eindrang und sich da einnistete. Auch hier sprang nur ein Remis heraus.

Kurz darauf musste Alex an Brett 4 die Segel streichen. Er hatte einen starken Gegner und wurde klassisch überspielt. Damit lagen wir 0:2 hinten und es spielten nur noch Daniel an Brett 6 und ich. Wir brauchten also dringend noch zwei Siege. Leider gelang es mir nicht, meine schöne Stellung zu einem Sieg zu verwerten. Ich wählte einen falschen, viel zu gemächlichen  Aufbau und ließ meinen Gegner die Probleme seiner Stellung kitten. Beim Fußball würde man sagen, ich hatte zwar den Anschlusstreffer auf dem Fuß, habe aber den Ball vertändelt. Das Remis besiegelte bereits den Mannschaftsverlust.

Aber es kam noch schlimmer. Auch Daniel musste nach langem Kampf die Segel streichen. Sein Gegner hat sehr stark und präzise die Schlinge immer enger gezogen. Nachdem Daniel eine Qualität für einen weit vorgerückten Bauern gegeben hatte, brachte das Entlastung und es sah kurzzeitig so aus, als ob er sich ins Remis retten konnte; zumal der Mannschaftskampf da eh schon entschieden war. Aber der Gegner zeigte sich davon unbeeindruckt und spielte noch eine gute Stunde weiter auf Gewinn, bis er die Stellung schließlich knacken konnte.
Endstand: 0:3, bzw. 2,5:5,5.

Alles in allem eine geschlossene, schwache Mannschaftsleistung. In drei Wochen haben wir unser nächstes Spiel beim Tabellenletzten in Porz. Möge es da besser laufen.